„Sentence Mining“ beim Fremdsprachenlernen

Was heißt „Sentence Mining“?

Ein Minentunnel

Wie ich in Vokabellernen mit Bildern erklärt habe, musst du die Lernabstände kurz halten, wenn du schneller lernen willst. Wenn du diese Schritte gemacht hast, sollst du schon ungefähr 100 Wörter aus deiner Muttersprache in der Fremdsprache aufrufen, ohne dabei nachzugucken. (Das gilt auch für die Rechtschreibung). Diese Schritte musst du erledigen, bevor du in die nächste Lernphase übergehst. Hast du schon?  Super, jetzt geht es los mit „Sentence Mining“. Es gibt keinen deutschen Ausdruck dafür, aber es heißt soviel wie „Satzgewinnung“!

Der Prinzip ist ganz einfach. Du durchsuchst Quellen in der Fremdsprache und findest Sätze, die die neuen Vokabeln enthalten. Du gibst die neuen Sätze in ein Karteikarten-System wie Anki, Mnemosyne oder Supermemo ein. Der Grund hierfür ist, dass es wichtig ist, die Wörter in einem zusammenhängenden Text zu sehen und zu verstehen. Kontext ist alles, oder? Im täglichen Leben werden unsere Wörter in einem Kontext benutzt. Es gibt ein breites Spektrum von Fremdsprachen-Websites im Internet und es sind nicht wenige, die Sentence Mining empfehlen. Wenn ich mich nicht täusche, war es AJATT, das diesen Begriff geprägt hat. Wenn du einen Satz für eins von deinen neuen Wörtern findest, darf es nicht zu lang sein. Die Sätze dürfen auch zu kompliziert sein, sonst wirst du schnell überfordert und gibst auf (es ist mir schon passiert). 

Online-Wörterbücher benutzen!

Woher bekommt man denn die Sätze für die 100 Vokabeln? Das Internet ist in den letzten 10-15 Jahren enorm gewachsen. Solange du keine superexotische Fremdsprache lernst, kannst du Online-Wörterbücher finden, die Beispielsätze enthalten. Ich habe das noch nicht probiert, aber für Deutsch-Muttersprachler macht  bab-la einen guten Eindrück. Ich bin Englisch-Muttersprachlerin, also verwende ich für meine Fremdsprache tangorin.comViele Lernende gehen auf Tatoeba, aber du musst sicherstellen, dass sie keine Datenbankprobleme mehr haben. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Benutze eine Karteikarten-Systemen (SRS) und vergesse die Vergessenskurve!

Hast du jemals das Gefühl gehabt, dass Gelerntes innerhalb kurzer Zeit aus deinem Kopf verschwindet? Du bist nicht alleine. Das nennt man die Vergessenskurve. Wenn du dir etwas ins Langzeitgedächtnis einprägen willst, musst du dich mit dem Lernstoff öfter auseinandersetzen. Eine gute Spaced Repetition Software wie Anki,  für das Mobilgerät kann Dir helfen.  Es gibt mittlerweile viele deutsche Tutorials im Netz und man kann sogar Karteikarten mit Hördateien hochladen.

Unvermeidlich sind die unbekannte Wörter in den neuen Sätzen. Deswegen müssen die Sätze so kurz wie möglich sein. Manchmal kann man auch die Zahl der Wiederholungen verdoppeln, indem man mehrere Vokabeln in einem Satz hat. Hier ist eine von meiner Beispielsätzen:

„Die Frage ist, wo fängt man an?“

問題はいつ始めるかだ。

Obwohl dieser Satz enthält etwas Grammatik, die ich noch nicht kenne, der Satz hat zwei meiner neuen Wörtern 問題 und 始める. Ich kann somit zwei Fliege mit einem Satz…ehm, Klappe schlagen. Die Grammatik hole ich mir nach. Man muss nicht alles auf einmal lernen. Hauptsache man versteht das Wort im Satz bzw. Kontext. Langsam wird das Leseverständnis trainiert und den Wortschatz wird erweitert.

Neue unbekannten Wörter aus den Sätzen kannst du entweder übergehen (man sieht sie später noch) oder du kannst neue Karteikarten machen (siehe Teil 1).  Mit neuen Wörtern aus den Sätzen wird die Anzahl deiner Karteikarten (und dein Anki-Stapel) exponentiell wachsen. Nächstes mal gebe ich Tipps, wie du das richtige Lerntempo findet kannst.

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