Vokabellernen mit Bildern

Ich benutze Bildkarten beim Vokabellernen. Wer kennt nicht die Logos von McDonalds, Lego und Apple? Bilder sind ein kraftvolles Marketinginstrument. Vokabellernen mit Bildern macht also Sinn, finde ich. Ich versuche meine Schüler dazu zu ermutigen, Bilder beim Lernen einer Fremdsprache zu integrieren.  Die meisten von ihnen haben Vokabeldefizite, die ihnen das effektive Lernen verhindert.  Ich verstehe das, weil ich auch eine Fremdsprache habe, die ich nicht genug gelernt habe.  Ich war nie in der Lage, einfache Sätze zusammenzubauen, geschweige denn ein Gespräch zu führen.  Genauso geht es auch meinen Schülern und Schülerinnen mit ihren Fremdsprachen (Englisch, Französisch und Deutsch).  Wir sitzen alle im selben Boot!  Das Lernen mit Bildern erfordert etwas Vorbereitung, aber es macht auch Spaß. Die folgenden Schritte beschreiben das klassische Lernen mit Karteikarten.  Lasst uns anfangen!

Schritt 1:  Bildkarten selbst gestalten

Schau das Wort an, finde ein Bild und verknüpfe dieses Bild mit dem Wort. Eine gute Quelle für CC0-Bilder ist „pixabay„. Man muss sich nicht an Urheberrechtsprobleme denken. Das Bild muss gut sein. Diese Wortbild-Assoziation ist super wichtig, wichtiger als die Übersetzung. Ich zeige euch ein Beispiel: Das ist ein Bild vom Start-Feld eines Brettspiels, das ich für einen Kurs entwickelt habe. Das zu verknüpfende Bild muss dem Lernenden etwas bedeuten, sonst prägt sich das Wort nicht ein.

Auf die Vorderseite einer Karte kommt dein Bild und auf die Rückseite das neue Wort. Meine Fremdsprache ist Japanisch und das japanisches Wort für das Bild oben heißt 始める, oder „anfangen“. Die Übersetzung in deine Muttersprache ist eine Option, aber manchmal lenkt man sich mit der Übersetzung ab.

Ich benutze meine eigene Gestaltungsvorlage (englisch „template“). Damit kann ich digitale Bilder einfügen und dann ausdrücken. Wie ich das mache erkläre ich in diesem PDF, „Bildkarten mit PowerPoint Erstellen. 

Man kann das auch mit Word machen, aber Bilder kann man viel besser in PowerPoint manipulieren (Größe ändern oder übereinander legen). Nachdem ich die Bilder eingefügt habe, drücke ich die Vorlage aus. Dann kann ich darauf zeichnen oder Notizen machen.

Schritt 2:

Leider hören viele meiner Schüler und Schülerinnen bei diesem Schritt auf. Warte ein paar Tage und versuche das Wort (und die Rechtschreibung) abzurufen. Wenn dir ein Teil des Wortes nicht einfällt, muss du ein bisschen mehr mit dem Wort arbeiten. Frag dich: woran hapert es? Ist es Zeit für eine Eselsbrücke? Hast du das Wort nicht gemerkt, weil das Bild dazu nicht passt?  

Da ich die Schriftzeichen lernen muss, ist diese Phase die Zeit, in der ich die Kanji lerne. Lernende, die eine Sprache mit lateinischem Alphabet lernen brauchen diesen zusätzlichen Schritt nicht.  Ich zeichne die Bestandteile und ich verwende die Primitiven und Geschichten aus „Die Kanjilernen und behalten“ von James W. Heisig. Aber ich assoziere das Wort mit meinem Bild aus Schritt 1 weiter.

Für 始める hat man die Primitiven „Frau“, „Ellenbogen“ und „Mund“.

(c) bzzlingua.com

Jetzt muss ich versuchen, dieses Schriftzeichen mit der Aussprache UND deren Bedeutung zu verknüpfen. (Keiner hat gesagt, dass Japanisch eine leichte Sprache ist!)  Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten, je länger man mit dem Bild und einer Geschichte arbeitet, desto fester prägt sich das Wort ein. Meine Geschichte lautet, eine Frau greift jemandem unter die Arme (oder andersrum). Ein neuer Anfang? mit einem Kuss. Mehr brauche ich nicht. Manchmal hat man Glück und und die Bestandteile sind super erkennbar (wie „Frau“) – aber meistens ist dies nicht der Fall. 

Schritt 3.

Bei diesem Schritt wiederholst du die Bildkarten und kontrollierst deine Fortschritte. Als alte leidenschaftliche Anki-Benutzerin, entdecke ich die Papier-Karteikarten neu. Der Vorteil von Karteikarten besteht darin, dass man keinen Akku braucht und man lernen kann, wo elektrische Geräte wie Laptops oder Handys nicht erlaubt sind (in manchen Arztpraxen, zum Beispiel). Ich habe einen Fortschrittsbalken auf der Rückseite jeder Karte und ich setze ein Häkchen,wenn mir das Wort und dessen Schriftzeichen einfallen.  Am Anfang sollte man die Zeitabstände zwischen den Wiederholungen kurz halten. Am Anfang muss man öfters wiederholen. Es gibt festgelegte Zeitabstände im Internet, aber ich würde vorsichtig sein und nicht so streng danach arbeiten. Wie oft man lernt hängt von vielen Faktoren ab. Man darf nur nicht zu müde sein und man muss ein bisschen Zeit für die Wiederholungen haben.  

Das ist eine Abbildung meiner „mitwachsende Karteikarten“. Man darf nicht unkritisch sein und prüfen, ob es in seinem Lernsystem passt. Man kann das als Rezept aus dem Internet betrachten: Erst probieren, dann das Rezept ändern oder anpassen!

Hast du schon Vokabeln gelernt weiß nicht so ganz, wie man sie anwendet?  In den folgenden Beitrag erkläre ich was Sentence Mining für das Fremdsprachenlernen bedeutet!

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